Die Lommatzscher Pflege ist eine historisch gewachsene Region, gekennzeichnet durch ein lößbedecktes Hügelland. Wegen der hohen Bodenfruchtbarkeit hat dieses weiträumige Gebiet seit jeher eine große Bedeutung für Sachsen und darüber hinaus entfaltet.
Im Oktober 2007 erfolgte die Ernennung der LEADER- und ILE-Gebiete in Sachsen.
LEADER (frz. Liaison entre actions de développement de l'économie rurale, dt. Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) ist eine Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union, mit der seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden. Im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) im Freistaat Sachsen haben 10 Kommunen der Lommatzscher Pflege, als regionaler Zusammenschluss, das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) erarbeitet und damit den LEADER-Status erhalten.
Als Träger des LEADER-Gebietes beauftragte der Förderverein für Heimat und Kultur in der Lommatzscher Pflege e.V. die WRM GmbH mit dem Regionalmanagement zur Umsetzung des ILEK für den Förderzeitraum von März 2008 bis Februar 2013. Das vorrangige Ziel des Regionalmanagements ist es, die Zukunft der Region zu sichern. Über die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen sowie einer hohen Lebensqualität und eines attraktiven Wohnangebotes soll der demographische Wandel im ländlichen Raum gestaltet und bewältigt werden.
Die WRM GmbH hat 2009 in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsförderern der Großen Kreisstädte im Landkreis Meißen einen Wettbewerbsbeitrag für den Wettbewerb KOMMtest - Mittelstandsfreundliche Verwaltung Sachsen - ausgearbeitet und eingereicht. Im Ergebnis war der Landkreis Meißen unter den Siegern des Wettbewerbes.
Der Titel des von 2010-2012 umzusetzenden Projektes ist: Für den Mittelstand - wie aus einer Hand.
In diesem Sinne geht es darum, bis 2012 eine Plattform zu schaffen, welche die wichtigsten Informationen des Landkreises bündelt und präsentiert und gleichzeitig zum Nutzen von Unternehmen, egal ob ansässig oder interessiert an der Region, die Zusammenarbeit der verteilten Akteure koordiniert. Damit soll die Abwicklung eines jeden unternehmerischen Anliegens im Landkreis Meißen vereinfacht und deutlich schneller zielführend umgesetzt werden. Zwischen den Kommunen des Landkreises besteht keine Konkurrenzsituation. Wichtig ist, dass die Unternehmen im Mittelpunkt stehen und Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert werden. Ob sich ein ansiedlungswilliges Unternehmen z.B. für den einen oder anderen Standort im Landkreis entscheidet, soll aus Gesamtsicht der Region bewertet werden. Es gilt, die Wirtschaft des Landkreises in seiner Gesamtheit zu stärken. Die Unterstützung für Unternehmen soll mit Hilfe der Plattform gebündelt werden. Mit wenigen Klicks sollen alle relevanten Informationen Gemeinde-übergreifend bereitstehen und der jeweilige Ansprechpartner sofort ersichtlich sein. Auch bei Unternehmenserweiterungen gilt es, den Unternehmern Unterstützung anzubieten. Für den Fall, dass eine Erweiterung in unmittelbarer Umgebung nicht möglich ist, sollen passende Gewerbeflächen im Landkreis unkompliziert angeboten werden können. Unternehmer denken nicht zwangsläufig an Landkreisgrenzen bei ihren Entscheidungen für Erweiterungen. Die Verfügbarkeit der richtigen Informationen und eine gemeinsame Betreuung durch die lokalen Wirtschaftsförderer können dazu beitragen, dass jederzeit eine optimale Lösung erzielt wird.
Mit dem Thema „... wie aus einer Hand“ soll sich das Grundprinzip unseres gemeinsamen Herangehens zwischen den einzelnen Städten und Gemeinden, den Gesellschaften und dem Landkreis direkt widerspiegeln.
Die WRM GmbH erbringt neben Dienstleistungen für Unternehmen auch Dienstleistungen für die Kommunen des Landkreises. So ist das Thema Breitbandversorgung Aufgabenbestandteil der WRM GmbH und wird insofern als wichtig erachtet, weil es die Versorgung der Unternehmen mit Breitbanddiensten sicherstellt. Eine zeitgemäße Breitbandinfrastruktur ist mehr denn je ein entscheidender Standortfaktor. Die Verfügbarkeit von entsprechend schnellen Datenleitungen ist für Unternehmen und deren Zukunftsfähigkeit existenziell. „Aus Sicht des Deutschen Städte- und Gemeindebundes sollte die Mindestbandbreite heute zwei MBit/s betragen. Für viele aktuelle Anwendungen reicht diese Geschwindigkeit allerdings schon nicht mehr aus. In den Gebieten, in denen diese Technologie nicht vorhanden ist, entstehen der lokalen Wirtschaft massive Wettbewerbsnachteile. Dies trifft vor allem die überwiegend im ländlichen Raum angesiedelten mittelständischen Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden. Ohne Breitbandanbindung sind sie häufig nicht konkurrenzfähig, da ihnen aufgrund von langsamen Leitungen unverschuldet Zeit und Kostennachteile entstehen.“ (Quelle: Ein Praxisleitfaden für Kommunen im ländlichen Raum, Hrsg. Deutscher Städte und Gemeindebund, Verlagsbeilage „Stadt und Gemeinde INTERAKTIV“ Ausgabe 11/2010)
Mit dem folgenden Beispiel soll die Bedeutung von Breitband für Unternehmer im ländlichen Raum verdeutlicht werden:
Der freiberufliche Architekt Ludger Bruns sitzt an seinem Schreibtisch und lässt den Blick aus dem Fenster schweifen. Hügel und Felder, am Horizont ist der nahe gelegene Wald zu erkennen, ein Bachlauf schlängelt sich am Rande seines Grundstückes entlang. Ein idyllisches Szenario und eine angenehme Atmosphäre, wenn man kreativ arbeiten möchte. Diese Bedingungen waren der Grund, warum er sich vor über 15 Jahren entschlossen hatte, sein Büro von der nahe gelegenen Stadt mit dem Verkehrslärm und den grauen Fassaden in seinen Wohnort zu verlegen. In eine mittelgroße Gemeinde mit Schule, Kindergarten, Nahversorgung. Hier war alles vorhanden, was er für das tägliche Leben benötigte. Sein Architekturbüro lief, die Kunden waren zufrieden, er konnte zwei zusätzliche Stellen für technische Zeichner schaffen. Bruns hatte es geschafft, so hatte er sich sein Berufsleben vorgestellt.Ludger Bruns wendet sich vom Fenster ab, sein Blick fällt auf seinen Schreibtisch und den PC-Monitor. "Datei wird übertragen“ teilt ein kleines Fenster mit. Und weiter: „Verbleibende Übertragungszeit: 23 Minuten“. Während er noch resignierend den Kopf schüttelt läutet das Telefon. „Bruns“ – „Wir warten auf die aktualisierten Pläne, Ludger. Du hattest uns die doch schon für 14.00 Uhr versprochen. Der Statiker ist schon lange hier und Du weißt doch, was der für einen Stundenlohn nimmt“, murrt sein langjähriger Geschäftspartner Udo Thelen, ein mittelständischer Bauunternehmer am anderen Ende der Leitung. „Noch eine halbe Stunde, Udo“, teilt Bruns mit. Mit einem verärgerten: „Immer dasselbe“ legt Thelen genervt auf.Bruns legt das Telefon zur Seite und schaut wieder aus dem Fenster. Seit ungefähr fünf Jahren war mitten in seine ländliche Idylle ein Problem getreten, das er bei seiner Ansiedlung wirklich nicht hatte vorhersehen können. Technische Zeichnungen und umfangreiche Pläne werden seit einiger Zeit mit einer PC-Software erstellt und über das Netz elektronisch zu Kunden und Auftraggebern gesendet. Das spart eigentlich Zeit und Kosten. Nicht aber für Ludger Bruns, der nur über eine ISDN Leitung verfügt und täglich Datenpakete in der Größe von vielen MB versenden und empfangen muss. Dies dauert aufgrund der geringen Übertragungsgeschwindigkeit nicht nur sehr lange, sondern verursacht auch noch hohe Telefonkosten. „Wenn das sich nicht bald ändert, werde ich mein Büro doch wieder in die Stadt verlegen müssen. Da haben sie eine deutlich bessere Breitbandanbindung“, denkt Bruns und wendet seinen Blick wieder auf den Monitor. „Verbleibende Übertragungszeit: 17 Minuten“.
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