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Das Bildungszentrum Radebeul des Tüv Nord in der Kolbestraße blickt in diesen Tagen auf sechs Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit zurück. Seither haben Tausende junger Leute hier ihre Ausbildung in chemischen und pharmazeutischen Berufen absolviert und von Radebeul aus den Weg ins Berufsleben beschritten. Gestern wurde das Jubiläum mit einer Feierstunde begangen.
„Derzeit bilden wir rund 150 junge Leute aus“, sagte Standortleiterin Katja Kipry. „Sie erlernen hier die praktische Seite der Berufe Chemikant, Chemielaborant, Pharmakant und Pharmazeutisch-technischer Assistent.“
Das Bildungszentrum sieht sich als Dienstleister für Unternehmen aus der Chemie- und Pharmabranche. Hintergrund ist, dass sich nicht alle Unternehmen der Branche komplette Lehrwerkstätten leisten können oder wollen. In Radebeul findet der Nachwuchs hingegen vier gut ausgestattete Labore und weitere Trainingsmöglichkeiten für die praktische Ausbildung vor. Den theoretischen Teil absolvieren die Lehrlinge im Beruflichen Schulzentrum Radebeul, mit dem das Bildungszentrum eng zusammen arbeitet.
Kleine Gruppen von jeweils maximal 14 Lehrlingen werden von acht erfahrenen Ausbildern betreut. Sie erlernen hier den kompletten Produktionsvorgang bis hin zum fertigen Medikament in seinen einzelnen Phasen. Darauf legen die Ausbilder großen Wert, denn die Leistung des Bildungszentrums wird von den Unternehmen an den speziellen Fertigkeiten der Lehrlinge gemessen.
Nicht nur Sachsen lernen hier
Unternehmen wie Arevipharma aus Radebeul, Glaxo Smith Kline aus Dresden oder Bombastus aus Freital nutzen teilweise bereits seit Jahren die Dienste der Radebeuler, um ihren Nachwuchs ausbilden zu lassen. „Wir haben hier aber nicht nur Lehrlinge aus Sachsen“, Katja Kipry. „Sie kommen auch aus Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.“
Das Bildungszentrum hat in den vergangenen 60 Jahren eine wechselvolle Geschichte erlebt. „Gegründet wurde es 1951 als Ausbildungsstätte des Arzneimittelwerks Dresden“, sagt Standortkoordinatorin Sonja Ritter. Nach der Wende wurde das Zentrum samt AWD von Asta Medica übernommen und ging danach an die Degussa. Seit 2004 ist der Tüv Nord Bildung, damals noch unter RAG Bildung firmierend, federführend.
Der in vielen Bereichen herrschende Bewerbermangel macht auch um dieses Haus keinen Bogen. Deshalb sollen künftig Qualifizierungsmaßnahmen verstärkt angeboten werden.
Quelle: SZ-Online
Autor: Wolf Dieter Liebschner
Foto: Arvid Müller
Weitere Informationen zum Bildungszenter Radebeul des TÜV Nord finden Sie hier.
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