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Mächtig stolz: Kellermeister Claus Höhne und die ehemalige Sächsische Weinkönigin Antje Wiedemann mit den sechs Weinen, die sie zur Prämierung bei der bundesweiten Bewertung eingereicht haben.„Wir sind einfach gut“

Wenn Claus Höhne gesprächig wird, muss etwas Besonderes passiert sein. Der Mann, der sich sonst die Worte beinahe aus der Nase ziehen und lieber seinen Wein für sich sprechen lässt, ist stolz wie Bolle.

Der Grund: Das Radebeuler Weingut Drei Herren hat diese Woche den Ehrenpreis des Bundesagrarministeriums erhalten. Mit der höchsten Auszeichnung der deutschen Weinwirtschaft werden herausragende deutsche Winzerbetriebe in der aktuellen Bundesweinprämierung honoriert. Nicht Wackerbarth, nicht Prinz zur Lippe bekommt in diesem Jahr die Auszeichnung, sondern das kleine, gerade mal vier Hektar große Weingut. Die Kenner wissen, dass die Drei Herren eigentlich die ehemalige sächsische Weinkönigin von 2003 Antje Wiedemann, der Kunsthistoriker Rainer Beck und der Winzer und Kellerexperte Claus Höhne sind.

Die eine kennt sich in Sachen Marketing und Verkauf aus. Der Kunstprofessor hat als Weinliebhaber wesentlich für die Investitionen gesorgt und Höhne weiß, wie mit Wein umgegangen wird, damit es ein feinstes Tröpfchen wird.

Die Mehrzahl der sechs eingereichten Weine vom Traminer bis zum Weißburgunder sind 2010er Weine. Ein Jahrgang, bei dem viele Winzer wegen der miesen Ernte und des kalten verregneten Wetters eh schon abgewunken haben. Nicht so der Kellermeister von Drei Herren. Er habe dem gepressten Traubensaft vom Balberg an der Radebeuler Weinbergstraße und vom Weinberg hinter der Bosel diesmal besonders viel Zeit und Ruhe gegeben, sagt Claus Höhne. „Wir sind ohnehin keine Schnellabfüller.“

Drei Prüfungsrunden

Geduld, Fachkenntnis sowieso, das zahlt sich aus. Die Auszeichnung würdigt die Gesamtleistung eines Weingutes. „Allerdings“, so Antje Wiedemann, „könnten wir nicht mit den Mengen und der Vielfalt von großen Weingütern mithalten.“

Müssen sie auch nicht. Mindestens sechs Weine sollen eingereicht werden, von allen. Und in dieser Auswahl haben eben auch kleine Weingüter eine Chance. Claus Höhne weiß, dass es bei dieser ganz besonderen Auswahl drei Prüfungsrunden gibt. Dass die Prüfer extra geschulte Experten sind. Hier kommt nur durch, wer wirklich überzeugt. Knapp 18000 Flaschen konnten 2010 abgefüllt werden. Das reicht eigentlich kaum zum Überleben des gerade erst 2005 gegründeten Weingutes. Die Tanks sind restlos leer.

Höhne und seine Mitstreiter hoffen, dass es in diesem Jahr deutlich über 20000 Flaschen werden. Alle Trauben sind vom Stock geschnitten. Die Mostwerte stimmen. Nur die Säure lasse noch zu wünschen übrig.

Die zwei Männer und die eine Frau sind gerade mit dem Auto aus Berlin zurück. Als einzige in Sachsen haben sie die Auszeichnung nach 2009 zum zweiten Mal bekommen. 2008 ging sie an Wackerbarth, 2010 wurde der Prinz in Proschwitz geehrt.

Wo das Erfolgsgeheimnis liegt? „Wir sind einfach gut“, sagt Höhne, freut sich und beißt sich fast auf die Zunge, weil er solche Sätze eigentlich anderen überlässt.

Quellle: SZ-Online
Autor: Peter Redlich
Foto: Thomas Kube

Weitere Informationen zum Weingut Drei Herren finden Sie hier.

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