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Was ist Polysilizium überhaupt?
Polysilizium ist der wichtigste Grundstoff für die Solarindustrie. Wacker stellt hochreines, polykristallines Silicium her. Als einer der größten Produzenten weltweit beliefert Wacker alle großen Hersteller von Solarzellen.
Weshalb war der Ausbau in Nünchritz notwendig?
Sonnenenergie ist ein weltweiter Wachstumsmarkt, dessen Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft sind. Und die Nachfrage nach Polysilizium steigt stetig. Deshalb hat Wacker Ende 2008 mit dem Bau eines neuen Anlagenkomplexes für die Polysiliziumherstellung begonnen. Es ist übrigens die erste Polysiliziumproduktion außerhalb des Stammwerks in Burghausen. Sie hat eine Kapazität von 15000 Jahrestonnen. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 900 Millionen Euro.
Sind die Arbeiten bereits abgeschlossen?
Nein. Noch gibt es mehrere Baustellen auf dem Werksgelände. Die ersten Abscheidereaktoren des neuen Anlagenkomplexes sind angelaufen und produzieren bereits Polysilizium für den Verkauf. Die volle Kapazität von 15000 Tonnen pro Jahr werden aber erst voraussichtlich im zweiten Quartal 2012 zur Verfügung stehen.
Gibt es noch freie Arbeitsplätze bei Wacker in Nünchritz?
Mit dem Ausbau werden auch insgesamt 500 neue Arbeitsplätze in Nünchritz geschaffen. 450 davon sind bereits besetzt. 50 sollen noch bis Ende des Jahres folgen. Unter anderem werden Chemielaboranten und Industriemechaniker gesucht. Auf die 500 Stellen sind insgesamt 6000 Bewerbungen aus ganz Deutschland eingegangen. Derzeit sind noch einzelne Stellen frei. Momentan werden noch ein Chemikant und ein Chemiker in Leitungsfunktion gesucht. Ein Blick in die Online-Stellenbörse unter www.wacker.com/karriere lohnt sich aber immer.
Inwieweit profitiert die Region von den Arbeitsplätzen?
Ein Großteil der 500 Arbeitsplätze konnte mit Arbeitnehmern aus dem Landkreis Meißen besetzt werden, erklärte Sprecherin Asta Tehnzen-Heinrich. „Es haben sich auch Menschen beworben, die eine berufsfremde Qualifikation hatten. Ihnen konnten wir Umschulungen und Weiterbildungsmaßnahmen anbieten – und konnten so weitere Menschen aus der Region einstellen“, sagte Werkleiter Gerd Kunkel.
Sind in Nünchritz weitere Ausbaumaßnahmen geplant?
Optionsflächen innerhalb des heutigen Werksgeländes sind definitiv da. Es gibt auch entsprechende Überlegungen, die Kapazitäten in allen Bereichen bei Bedarf nochmals zu erhöhen. Detaillierte Pläne gibt es derzeit aber bei Wacker noch nicht.
Welchen Stellenwert hat der Standort in der Branche?
1998 hat Wacker das Chemiewerk Nünchritz übernommen – und seitdem mehr als 1,4 Milliarden Euro in den Standort investiert. In die Produktionsanlagen, die Infrastruktur, den Umweltschutz und die Sicherheitseinrichtungen. Inzwischen ist Nünchritz einer der größten und modernsten Siliconstandorte der Welt.
Müssen Anwohner mit Verkehrslärm rechnen?
Nur noch bis zum Ende der Bauarbeiten. Die Rohstoffanlieferung hingegen erfolgt über Bahn und Binnenschifffahrt. Die fertigen Produkte hingegen werden zwar zu 80 Prozent von Lkw transportiert, die aber über das Tor 1 das Werksgelände verlassen und somit keine Wohnbebauung passieren. Später soll der Lkw-Verkehr unterhalb der Eisenbahnbrücke Leipzig – Dresden das Gelände verlassen und direkt auf die Ortsumfahrung Roda/Zschaiten gelangen.
Quelle: SZ-Online
Autor: Jens Ostrowski
Foto: Wacker
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